Um diese Störungen zu beseitigen und Blockaden zu lösen, kann Akupunktur oft sehr erfolgreich eingesetzt werden. Abhängig vom Krankheitsbild werden ganz bestimmte von insgesamt 372 Akupunkturpunkten auf den Meridianen genadelt (in oder auch durch die Haut). Dies wirkt harmonisierend und ermöglicht wieder ein (ungestörtes) Fließen des Qi, indem Schwäche angeregt, Fülle gedämpft und Blockaden gelöst werden. Damit ist Akupunktur letztlich Energiearbeit.
Das Nadeln selbst löst zunächst einen kurzfristigen Einstichschmerz aus, der durch die manuelle Stimulation oft schnell in ein Schwere- und Druckgefühl übergeht oder zu einem Kribbeln bzw. einer leichten Elektrisierung an den Einstichstellen führt. Das Gefühl des Fließens der Lebensenergie kann nach einigen Minuten wahrgenommen werden, wenn – und das ist wichtig für den Erfolg der Akupunkturtherapie – der/ die PatientIn „aktiv“ mitarbeitet, in dem er/sie sich entspannt, insbesondere durch eine tiefe, ruhige Atmung in den Brustraum. Die eigenen Gedanken sollten nicht festgehalten werden, das Aufbrechen verdrängter Gefühle nicht unterdrückt werden. Das innere Loslassen und Zulassen ist ein ganz erheblicher Erfolgsfaktor für die Akupunkturtherapie.
Die Behandlung wird zumeist in Serien von 10 – 12 Behandlungen durchgeführt. Nach der ersten Serie erfolgt eine Pause von 2 – 3 Wochen. Je nach Schwere der Erkrankung können weitere Behandlungsserien erforderlich sein. Ist die Behandlung grundsätzlich abgeschlossen, sollte etwa nach 3 Monaten eine Auffrischung von 2 – 4 Sitzungen erfolgen, um den Heilerfolg zu stabilisieren. Tritt die Erkrankung wieder auf, empfiehlt sich der frühzeitige Beginn eines weiteren Behandlungszyklus, der in der Regel um einiges kürzer ist als der Erste.
Bei Erkrankungen mit chronischem Charakter wie Depressionen, Asthma, Bronchitis, Rheuma u.a. werden mittels Moxibustion sowie chinesischer Atemtherapie die Lungenenergie und damit die Abwehrkraft der Atmungsorgane gestärkt.
Janet Stenzel
Heilpraktikerin im
Gesundheitscentrum Westend
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