Aderlass

Eines der frühesten von Menschen angewandten Heilverfahren ist der Aderlass, der bereits bei der alten indischen Medizin bekannt war.

Hippokrates (um 460 v. Chr.) prägte die Begriffe der Plethora („Blutfülle) und Dyskrasie („fehlerhafte Zusammensetzung der Körpersäfte“), in denen er wichtige Krankheitsursachen sah. Mit der Ausleitung und Entleerung des Blutes waren für ihn die Vorbeugung vor Erkrankungen und die Heilung bestehender Krankheiten verbunden.

In den zwanziger und dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts erforschte der Wiener Gynäkologe Bernhard Ascher die Wirkungen des Aderlasses und prägte genaue Indikationsstellungen. Durch seine Arbeit wurde der Aderlass, der seit Ende des 16. Jahrhunderts in Verruf und zeitweilig sogar ganz in Vergessenheit geraten war, wieder belebt.

Bei einem Aderlass werden - abhängig von Alter, Geschlecht, Krankheit und Konstitution des Patienten - ca. 50 ml bis 200 ml Blut, meist aus der Ellenbeugenvene, entnommen. Die meisten Patienten vertragen diese Behandlung reaktionslos; allerdings sollte in den darauf folgenden Stunden eine gewisse Schonung erfolgen, denn es kann zu leichten Schwächeerscheinungen durch den niedrigeren Blutdruck kommen.

Durch den Aderlass wird eine Entlastung und Reinigung des Blutes bewirkt, die zu einer Umstimmung der Konstitution führt. Der durch die Blutentziehung zunächst folgende Flüssigkeitsverlust im Gefäßsystem wird durch nachströmende Flüssigkeit aus dem Gewebe schnell ersetzt. Auf diese Weise gelangen Giftstoffe aus dem Gewebe in das Gefäßsystem und können über die Ausscheidungsorgane den Körper verlassen. Die Verdünnung des Blutes durch den Aderlass führt oft zu einer deutlich spürbaren Verbesserung der Durchblutung. Zudem werden die blutbildenden Organe angeregt, den Verlust der Blutzellen nach dem Aderlass wieder auszugleichen.

Eine weitere Wirkung des Aderlasses ist die sogenannte „Verjüngung“ des Blutes, die eine Verbesserung des Sauerstofftransportes und eine Steigerung der Immunkräfte auslöst.

Indikationen:

  • Entzündungen
  • Blutfülle (Plethora)
  • Durchblutungsschwäche und -störungen
  • Lokale Krämpfe (Koliken etc.)
  • Stoffwechselstörungen
  • Hypertonie
  • nach der Menopause

Terminvergabezeiten:
Montag und Donnerstag von 9.00 Uhr bis 12.00Uhr

Tel. 0611/ 5 05 54 64

Fax 0611/ 5 05 54 63

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