Ringelblume (Calendula officinalis)

Der NHV Theophrastus Verein wählte für dieses Jahr die Ringelblume zur Heilpflanze des Jahres. Sie ist nicht nur schön anzuschauen, sondern birgt in sich viele „wundervolle“ Talente!

Ihren Namen erhielt die Ringelblume aufgrund ihrer ringförmig angeordneten Pflanzensamen. Allerdings ist die Herkunft des Gattungsnamens „Calendula“ nicht eindeutig geklärt.

Die Samen dieses einjährigen Korbblütengewächses können ab April im Garten kultiviert werden. Ab Juni bildet die Ringelblume an ihren Stängeln zahlreiche Blüten, die sich bis zum ersten harten Frost erhalten können.

Nur die voll entfalteten orangefarbenen Blüten werden für Heilzwecke vorsichtig abgezupft und gesammelt. Nach entsprechender Zubereitung können sie als Aufguss, Tinktur, Salbe, Creme oder Kompresse verwendet werden, finden allerdings auch Anwendung als Mundspülung oder Vaginalzäpfchen.

Bereits im 12. Jahrhundert hat Hildegard von Bingen erste Aufzeichnungen über die Verwendung dieser Pflanze niedergeschrieben. Sie empfahl das „Ringele“ bei Vergiftungserscheinungen nach Verzehr übler Speisen. Bei Geschwüren wurde die Ringelblume von Pfarrer Kneipp angewendet. Während der beiden Weltkriege wurde die gute Heilkraft bei selbst schweren Verletzungen (nicht nur bei Prellungen, Quetschungen und Verstauchungen!) und schlecht heilenden Wunden geschätzt, was sich bis heute durch viele wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt hat.

Die Anwendungspalette ist mannigfaltig, da die Ringelblume nachweislich antiseptisch, adstringierend, entgiftend, schweißtreibend, verdauungsfördernd, entzündungshemmend, menstruationsfördernd, krampflösend, bakterien- und virenhemmend, pilzabtötend, schmerzstillend und wundheilend wirkt. Sie ist ein pflanzliches Östrogen, stärkt zudem das Immunsystem und hilft bei chronischen Entzündungen. Sie lindert als Antimykotikum Vaginalsoor und Fußpilz. Mit ihren heilenden Eigenschaften hat sie sich bei schlecht heilenden Wunden inkl. Unterschenkelgeschwüren ebenso bewährt wie als Blutfettsenker und Anreger des Gallenflusses. Sogar krebshemmende Eigenschaften wurden der Ringelblume nachweislich zugesprochen.

Als Aufguss wirkt Calendula insbesondere schmerzstillend, bakterien- und virenhemmend; als Salbe ist die heilende Wirkung auf der Haut bewiesen.

Calendulaöl ist ein richtiges Heilöl und wird z.B. bei empfindlicher (sogar Säuglings-) Haut und Kinderhaut – auch bei Windeldermatitis -, bei wunden Brustwarzen, bei rheumatischen Beschwerden und Rückenschmerzen angewendet. Das Ringelblumenöl erwärmt und epithelisiert, ist zellregenerierend, wirkt bei Zysten und Ulcus, dient der Venenpflege und ist zudem ein schöner Haut- und Kälteschutz, der trockene und irritierte Haut schützt. Calendulaöl kann anstelle von Calendulasalbe angewendet werden.

Innerlich angewendet wird Calendula u.a. bei Magen-Darm-Störungen bis hin zu Magengeschwüren, bei Leber- und Gallebeschwerden, bei Menstruationsbeschwerden, aber auch bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum.

Die schöne Farbe der Ringelblume wirkt stimmungsaufhellend; ihre Inhaltsstoffe wirken beruhigend auf das Nervensystem.

Erwähnungswert ist darüber hinaus die Tatsache, dass sich Calendula auch in vielen kosmetischen Produkten wiederfindet, z.B. in Zahncremes, in Lippenpomaden u.ä.
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