Im 17. Jahrhundert wurden erste genaue botanische Beschreibungen in England angefertigt, die sich auf die sog. „Echte Pfefferminze“ bezogen. Sie ist eine der vielen Kreuzungen der zahlreichen Minzarten und hat gerade in der Aromatherapie eine sehr große Bedeutung aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. So haben bereits die Römer, Griechen und Ägypter ihre verdauungsfördernde Heilkraft hoch geschätzt. Heute findet Pfefferminz Anwendung zur Aromatisierung von Medikamenten, Bonbons, Zahnpasten und Massagecremes, allerdings auch in der Küche zur Verfeinerung von Saucen etc.
Die Staude der Pfefferminze weist an den glatten Blättern der oberirdischen Ausläufer Öldrüsenschuppen aus. Zwischen Juni und August trägt sie kleine lilafarbene Blüten. Bei der zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) gehörenden Pfefferminze wird das ätherische Öl durch Wasserdampfdestillation der Blätter gewonnen. Aus 100 kg leicht angetrocknetem Kraut erhält man 1 kg frisch duftendes, klares ätherisches Öl.
Die Heilkräfte liegen ausschließlich im ätherischen Öl der Pfefferminze. Der Anteil von 50 – 90% Menthol bestimmt den frischen, typisch minzigen Duft. Pfefferminzöl sollte in keiner Hausapotheke fehlen. Dieses schnell wirksame Mittel sollte jedoch grundsätzlich sehr vorsichtig dosiert werden! Während der Schwangerschaft darf Pfefferminzöl, insbesondere Poleiminze, wegen seiner abortiven Wirkung nicht angewendet werden! Für Kinder unter 4 Jahren ist Pfefferminzöl grundsätzlich nicht geeignet, bis zum 6. Lebensjahr sollte das Öl nur bedingt eingesetzt werden. Eine abendliche Anwendung sollte vermieden werden, da Pfefferminzöl zu Einschlafstörungen führen kann. Zudem kann das Öl in einer zu hohen Dosierung auch bei Erwachsenen zu Benommenheit und Schwindel führen.
In der Homöopathie gilt es als Antidot (Gegenmittel). Achten Sie beim Einkauf unbedingt darauf, rückstandsfreies, wirklich (100%) reines Bio-Pfefferminz-Öl zu kaufen, denn das Öl kann auch innerlich angewandt werden.
Körperlich wirkt Pfefferminzöl entkrampfend, abwehrstärkend, antibakteriell, adstringierend, antimykotisch, antiviral, antiseptisch, blähungsmindernd, entzündungshemmend, entgiftend, reinigend, zellerneuernd, fiebersenkend, galletreibend, schweißtreibend, durchblutungsfördernd, erwärmend und kühlend, leberanregend, magenstärkend, juckreizklindernd, schleimlösend, stark schmerzlindernd, virenbekämpfend, wurmtreibend u.a.
Eingesetzt wird Pfefferminzöl körperlich gerne bei Husten, Asthma, Gicht, Rheuma, Kopfschmerzen, Migräne, Schmerzen, Muskelschmerzen, Muskelhartspann, Ischiasschmerzen, Juckreiz, Sportverletzungen, Pickeln, Akne, Wunden, Magenkrämpfen, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Reiseübelkeit, Erbrechen, Erkältungskrankheiten, Bronchitis, Fieber, Blähungen, Fadenpilzinfektionen, Koliken, Kreislaufprobleme, Herzklopfen, Mundgeruch, Stirn- und/ oder Nebenhöhlenentzündungen, zur Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte u.v.a.
Wird Pfefferminzöl auf die Haut aufgetragen, wirkt es zunächst über die Kälterezeptoren der Haut kühlend. Auf diese Abkühlung reagiert der Körper im Anschluss mit einem erwärmenden, manchmal fast brennenden Gefühl. Bei Kopfschmerzen oder einem plötzlichen Migräneanfall können 1 – 2 Tropfen direkt auf die Schläfen und den Nacken aufgetragen werden (Achtung! Nicht in Augennähe anwenden!).
Auf der psychischen Ebene wirkt Pfefferminzöl anregend, erfrischend, belebend, konzentrationsfördernd, nervenstärkend und wird daher bei Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Erschöpfung, Überarbeitung, Gedächtnisschwäche und Ohnmacht angewendet.
Bei plötzlicher Übelkeit oder drohender Ohnmacht hilft tiefes Einatmen an einem mit 1 – 2 Tropfen Pfefferminzöl beträufelten Taschentuch.
Last but not least ist Pfefferminzöl gut zur Ungezieferabwehr im Haushalt geeignet.