Blutegel-Therapie

Im Orient war die Anwendung von Blutegeln bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. fester Bestandteil der Heilkunst. Sowohl die Anwendungsgebiete als auch die Behandlungstechnik war bereits im Mittelalter so bekannt, dass bis heute kaum neue Erkenntnisse hinzugefügt werden können. Vielmehr bestätigen moderne wissenschaftliche Erkenntnisse dieses alte Erfahrungswissen.

 

Ähnlich wie der Aderlass kam auch die Anwendung und Therapie mit Blutegeln durch weit übertriebenen Einsatz und „Therapiemissbrauch“ in Verruf. Erst Dr. Heinz Bottenberg verhalf in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts dieser wirkungsvollen Therapieform wieder zu Bekanntheit und Akzeptanz. Heute ist die medizinische Anwendung von Blutegeln u.a. ein fester Bestandteil in der Unfallchirurgie, z.B. nach Transplantationen von Gliedmaßen.

 

Der Egel haftet sich mittels seiner Saugnäpfe fest. Die drei halbkreisförmigen, gezähnten Kiefer werden zum Anritzen der Haut vor und zurück bewegt. Nach diesem, oft nur wie ein kleiner Piekser, manchmal allerdings auch wie ein leichtes Brennen empfundenen Biss spritzt der Egel zunächst Histamin in das Gewebe, das die Gefäße erweitert und das betroffene Gebiet gut mit Blut versorgt. Erst im Anschluss wirkt das medizinisch wirksame Hirudin, das im Speichel des Egels enthalten ist und die Blutgerinnung hemmt. Der Egel saugt und füllt seinen Körper bis zum Erreichen seines 4 – 6fachen Körpervolumens. Im Schnitt nimmt er ca. 8 – 10 ml Blut auf. Das Blut wird dünnflüssiger. Thrombosen lösen sich auf, Blutergüsse werden beseitigt. Die abgesaugte Menge verdoppelt sich in der Regel aufgrund der Nachblutung.

 

Wie lange eine solche Behandlung mit Blutegeln dauert, kann im voraus nur schwer bestimmt werden. Erfahrungsgemäß dauert es zwischen 30 min. und 1,5 Std. Die Egel fallen von selbst ab, wenn sie satt sind. Da die Blutegel sehr empfindlich sind, sollte sich der Patient vorher mit neutraler Seife und klarem Wasser gewaschen haben, damit keine Duftstoffe mehr auf der Haut sitzen.

 

Einige Anwendungsgebiete:

  • (so gut wie) alle Entzündungen, z.B. Thrombophlebitis, Arthritis, Tonsillitis, Appendizitis, Cholezystits, Bursitis
  • Thrombose
  • Arthrose
  • Venenleiden
  • Tinnitus
  • Varikosis
  • Herpes zoster
  • Depressionen

 

Terminvergabezeiten:
Montag und Donnerstag von 9.00 Uhr bis 12.00Uhr

Tel. 0611/ 5 05 54 64
Fax 0611/ 5 05 54 63

oder klicken Sie direkt hier, um Kontakt aufzunehmen.