Osteopathie

Der Ansatz dieser Form der Heilkunde, die der Arzt A.T. Still 1874 in den USA begründet hat, ist einfach, denn: „Leben ist Bewegung!“ Ganz egal, ob wir Arme und Beine bewegen, der Darm sich kontrahieren muss, damit der Nahrungsbrei weitertransportiert wird, das Herz Blut durch unseren Körper pumpt oder jede einzelne Zelle ihren eigenen Stoffwechsel ausführt: Bewegung ist immer notwendig! Wird nun eine Struktur in ihrer Bewegung gestört, so verändert sich ihre Bewegung und damit ihre Funktion, wie z.B. durch:

  • Komplikationen während der Geburt für Mutter oder Kind
  • Operationen, Unfälle
  • chronischen Entzündungen
  • Komplikationen bei Erkrankungen
  • Fehlernährung
  • überhöhter Alkohol- und/ oder Genussmittelkonsum
  • Stress, psychische Belastungen etc…

Nicht jede Funktionsstörung signalisiert uns der Körper in Form von Beschwerden oder Schmerzen. Unser Organismus ist sehr anpassungsfähig und kann so manche Störung über lange Zeit ausgleichen. Diese Kompensationen bleiben oft bestehen und sammeln sich wie Wassertropfen in einem Fass. Je höher der Pegel im Laufe der Zeit darin steigt, desto weniger Spielraum hat der Körper zu reagieren. Ist das Fass voll, genügt der kleinste Einfluss, physischer und/ oder psychischer Art, um eine spürbare Reaktion hervorzurufen. Diese kann sich überall im Körper zeigen. Sie muss nicht an der Stelle auftreten, an der die eigentliche Ursache des Funktionsverlustes ist.

 

Genau hier setzt die Osteopathie an. Mittels seiner Hände kann der Therapeut Struktur- und Bewegungsveränderungen ertasten und durch gezielte Techniken der Struktur helfen, ihre richtige Bewegung wieder aufzunehmen. Dafür sind genaue Kenntnisse in der Anatomie und Physiologie des gesamten Organismus notwendig. Die Osteopathie kann bei den verschiedensten Funktionsstörungen des Körpers angewandt werden.

 

Egal ist hierbei, ob die Störungen vor kurzem entstanden sind oder bereits seit langer Zeit bestehen. Beispiele hierfür sind:

  • Schmerzen verschiedener Art
  • Verdauungsprobleme
  • Orthopädische Probleme (Rücken, Gelenke)
  • Schwindel
  • Ohrgeräusche (z.B. Tinnitus)
  • Allergien, Hautausschläge
  • hormonelle Probleme etc.

Alterseinschränkungen gibt es dabei nicht. Zu den Patienten zählen häufig auch Säuglinge und Kinder mit Symptomatiken wie:

  • Saug- und Schluckstörungen
  • Verzögerungen in der motorischen Entwicklung
  • Haltungsfehler
  • innere Unruhe; vermehrtes Schreiverhalten; Konzentrationsschwierigkeiten
  • Störungen im SchlafverhaltenVerdauungsprobleme; Koliken
  • Sprach- und Sehstörungen etc.

Wenn eine bereits bestehende Funktionsstörung frühzeitig gelöst werden kann, ist die Kompensationsfähigkeit des Körpers weitaus höher für das weitere Leben. Die Arbeit des Osteopathen sollte aber generell als eine Art der Hilfestellung gesehen werden („Hilfe zur Selbsthilfe“), denn schließlich werden durch die wiederhergestellte Bewegung unsere Selbstheilungskräfte unterstützt, der gestörten Struktur ihre eigene Funktion zurückzugeben. In manchen Fällen ist es möglich, bereits in einer Sitzung eine Wirkung zu erzielen. Bei schwierigen und bereits sehr langwierigen Problemen ist ein längerer Behandlungszeitraum notwendig. Osteopathisch nicht behandelbar sind akute Infekte, Knochenbrüche und Tumore jeglicher Art. Hier kann Osteopathie nur unterstützend wirksam sein.

 

Kristina Thurn, HP, Osteopathie, Schwerpunkt Säuglinge und Kleinkinder

 

 

 

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